An Ostern verfällt Norwegen in eine eigenartige Starre. So mein Eindruck. Schon der Mittwoch vor dem Gründonnerstag wird zum halben Feiertag erklärt: Die Busse fahren nur noch ab und zu und die Läden schließen früher. Der Gründonnerstag ist dann tatsächlich der erste Feiertag, gefolgt vom Karfreitag natürlich. Mit dem Samstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag hat es auch etwas besonderes auf sich. Er heißt “Påskeaften” (Osterabend) und dieser Name hätte mich eigentlich misstrauisch werden lassen sollen.
Meine Eltern und meine Schwester kennen Norwegen beziehungsweise Tromsø nur in diesem Ausnahmezustand und so dachte ich mir: “Prima! Am Samstag können wir sicher auch mal die Läden in der Stadt von Innen betrachten und einen halben Bummeltag einlegen!” So dachte ich, bis wir heute zu Fuß (heute fuhren die Busse wie Sonntags, also erst ab ca 12h) in der Innenstadt ankamen und feststellen mussten, dass nur Lebensmittelläden geöffnet haben, aber eben auch nur bis 16h. Da das Wetter wirklich atemberaubend schön ist heute, haben wir schnell umgeplant und sind über eine Brücke auf das Festland marschiert.

Auf dem Weg dorthin sind wir durch die Hafengegend gelaufen, die im Winter meiner Ansicht nach viel schöner als im Sommer aussieht. Und der Sonnenschein und die Schiffsfarben!


Auf dem Festland angekommen sind wir mit dem Fjellheisen (Gondel) auf den dazugehörigen Berg gefahren und haben die Aussicht genossen.

Sophie war über die Kälte und den Wind äußerst entsetzt und um ehrlich zu sein, habe ich nach einigen Minuten meine Beine auch nur noch vage unter mit vermutet, so kalt war der Wind. Die Aussicht war aber hervorragend.


Um nicht immer in chronologischer Reihenfolge zu bloggen: Gestern war das Wetter nicht das allertollste und so beschlossen wir ins Polaria zu gehen. Das Polaria ist ein Museum über arktische Gebiete (sehr weit gefasst). Als erstes sahen wir einen Panoramafilm über Svalbard (Inselgruppe, zu der auch Spitzbergen gehört), der sehr toll war. Ich möchte nach Svalbard! Es gab auch noch Bartrobben zu sehen, die in einem Bassin wohnen müssen (nicht sehr schön) und allerlei andere Bewohner arktischer Gewässer. Hier ein paar Eindrücke:
Dieses nette Bart-Robbenmädchen ist erst fünf Jahre Alt und wiegt erst 260 kg. Wenn sie ausgewachsen ist, wird sie ca 2,6 Meter lang sein und zwischen 300 und 350 kg wiegen.



Am Schluss fanden wir noch dieses wunderbare Spielzeug: Einen Schiffsimulator. Hier gerade auf dem Weg nach Norden bei Unterquerung der Brücke, die Tromsøya mit dem Festland verbindet.
