Kaum ausgeschlafen entdeckte ich am Sonntag das phantastische Wetter und der Entschluss nach Kvaløya zum Wandern zu gehen fiel schnell.
Bei strahlendem Sonnenschein und viel Wind machten Maika und ich uns auf den Weg und durften von aus eine wunderbare Aussicht auf Tromsøya (die Insel, auf der der größte Teil Tromsøs liegt) und das Festland genießen.

Maika und ich hatten zwar keine Schneeschuhe, was uns aber nicht davon abhielt, tapfer den Berg hinaufzustapfen und eine eiswüstenartige Landschaft zu durchqueren. Dementsprechend anstrengend gestaltete sich der Aufstieg. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.




Es lohnt sich ja eigentlich immer bei schönem Wetter dem „Friluftsliv“ (Outdooraktivitäten, Erholung im Freien) zu frönen. Das tolle hier: Es ist fast egal wo man sich hinbegibt, fast überall ist es atemberaubend schön! So war es auch auf unserer kleine „Polarexpedition“ (so haben wir uns zumindest stellenweise gefühlt).
Wie jeden Tag, ging auch am Sonntag die Sonne unter, jedoch “anders” als am Samstag.

Nach einer gelungen Wanderung (man ist leicht durchgefroren und erschöpft) hat der gut geheizte Bus, der einen dann wieder zurück in die Stadt bringt, seine Reize.
Der Begriff „Stadt“ ist hier relativ zu sehen. Ja, Tromsø ist eine Stadt mit immerhin 65 000 Einwohnern. Trotzdem ist man extrem schnell in der nordnorwegischen Pampa; meistens schon nach 15 Minuten Busfahrt, man könnte also durchaus ohne Bus in die „Wildnis“ gelangen.
Um direkt vor die Haustür gefahren zu werden, musste ich gestern auf dem Rückweg von der Wanderung einmal im Stadtzentrum umsteigen und war froh, als ich mich, angenehm müde und in Vorfreude auf eine heiße Dusche und Spaghetti mit Pesto, in den Bus setzte.
Ich erlebte schon wieder eine kuriose Busfahrgeschichte, hier folgen also die
Busfahrgeschichten III:
Zunächst war ich etwas enttäuscht darüber, dass der zweite Bus nicht geheizt war…draußen waren es etwa -6°C und im Bus – naja, jedenfalls ziemlich kalt! Der Bus fuhr also los und bis auf die Kälte war alles in bester Ordnung, bis ich plötzlich die Umgebung, durch die wir fuhren, nicht mehr erkannte. Panik! Wo war ich? Sollte ich so schnell wie möglich aussteigen? Nein, vielleicht lieber nicht, denn ich hatte keinen brauchbaren Stadtplan dabei und selbst wenn, hätte der mir unter Umständen auch nicht viel genutzt, denn in Tromsø ist das mit der Straßenbeschilderung so eine Sache.
Gewöhnliche Straßenschilder sind hier eine echte Rarität. Oft, aber auch nur an einigermaßen großen Kreuzungen, steht der Name der Straße am ersten Haus in der Straße. Natürlich steht das erste Haus selten direkt auf der Ecke, sondern hat meist einen Garten und man muss erst mal ein wenig in die Straße laufen um erfolgreich nach dem Schild Ausschau halten zu können.
Manchmal, beziehungsweise relativ häufig, steht der Straßenname nirgendwo - oder nicht einsehbar. Dann steht man mit seinem Stadtplan, auf dem alle Straßen Namen tragen und muss sich anhand der “Mündungswinkel” und Verläufe der einmündenden Straßen und Wege zusammenreimen wo man ist und wo man hingehen sollte.
Sehr schnell stellt man fest, dass weder alles eingezeichnet ist, noch maßstabsgetreu gezeichnet wurde. Langsam mache mir Gedanken darüber ob Norweger nicht nur mit Skiern an den Füßen, sondern auch mit einer hervorragenden Karte von ganz Norwegen im Kopf geboren werden.
Zurück zur Busfahrgeschichte: Ich war damit beschäftigt meine aufsteigende Panik im Zaum zu halten, mir dabei möglichst schnell zu überlegen ob es wohl besser sein würde auszusteigen oder weiterzufahren und mir dabei gleichzeitig Vorwürfe darüber zu machen, wie ich es nur schaffen konnte in den falschen Bus einzusteigen. Nicht nur der falsche Bus, sondern der falsche Bus an einem Sonntag! Ich sah den Bus samt mir schon in dem Tunnel verschwinden, der Tromsøya an einem Ende mit dem Festland verbindet und mich dann anschließend frierend an irgendeiner Endhaltestelle eine Stunde auf einen Bus in die richtige Richtung wartend.
Während mir das alles durch den Kopf schoss, machte sich langsam Unruhe im Bus breit. Der Busfahrer fuhr also doch falsch! Eine engagierte Frau konnte den Busfahrer schnell zum Umdrehen bewegen. Und so kam ich schlussendlich doch noch wohlbehalten an mein Ziel!
Ich habe wirklich ein traumhaftes Wochenende verlebt!
Mittlerweile schneit es schon wieder…
Das scheint mir ein Fluch zu sein… vielleicht solltest du dir einen Nebenjob als Busfahrersouffleuse suchen!?
Kommentar von Ella Shzzzq — 25 Februar, 2008 @ 9:31 Uhr nachmittags