Das Wetter macht ja bekanntlicherweise was es will. Kritisch wird es, wenn Schnee, Regen und Temperaturen um 0°C involviert sind.Ja, das liebe Wetter in Tromsø…
In den letzten Tagen gab es sich dauertrüb, dafür schneereich bei schneefreundlicher Temperatur und starkem Wind. Heute war es schon etwas klarer, was das Gemüt etwas erhellte.
Gerne, vor allem nachdem es reichlich geschneit hat, wird es dann auch mal wieder kurzzeitig gerade so „warm“, dass es etwas taut und sich alle begehbaren Flächen in gefährliche Rutschareale verwandeln, die man am besten nur mit Spikes betritt. Auch kann es dann passieren, dass es dazu regnet… Seit ich hier bin ist mir endgültig klar geworden, dass ich Schnee dem Regen vorziehe!
Was es bisher nicht sehr ausgiebig gab: ein frostig, kaltes Wetter mit Sonnenschein. Für das Wochenende sind Sonne und Temperaturen von -6 bis -5°C angesagt, was sich doch nach glitzerndem Schnee anhört!
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch über die Wintertemperaturen in Tromsø aufklären. Trotz der nördlichen Lage der Stadt (Koordinaten: 69°40′33″N, 18°55′10″E) ist es hier im Winter nicht besonders kalt. Die niedrigste bisher in Tromsø gemessene Temperatur betrug -18,6°C im Jahre 1966 (Quelle: Wikipedia).
Dieses milde Klima verdankt Tromsø und der Rest Norwegens dem Golfstrom.
Zum Vergleich: Auf etwa demselben Breitengrad wie Tromsø, liegt in Canada in den Nordwest-Territorien eine kleine Siedlung namens Tuktayaktuk. Wenn man den Daten aus dem Internet vertrauen darf, liegen hier die Durchschnittstemperaturen für den Februar zwischen -23 und -30°C. In Tromsø liegt die Durchschnittstemperatur bei -2,5°C. In Tübingen ist es laut Wikipedia auch nur 3°C wärmer, dort liegt die durchscnittliche Temperatur im Februar bei 0,5°C.
Für mich ungewohnt, aufgrund der nördlichen Lage Tromsøs aber eigentlich nicht weiter erstaunlich, sind die Lichtverhältnisse.
Ist es dunkel und klar, kann man neben einem tollen Sternenhimmel hin und wieder auch die wunderschönen Nordlichter am Himmel bewundern. Besonders toll ist es wenn sie anfangen zu tanzen und die Farben wechseln. Es ist nahezu unmöglich dieses Phänomen angemessen auf einem Foto abzubilden. Ohne Stativ ist es noch ein wenig unmöglicher. Sollte es mir wider erwarten ohne Stativ gelingen ein einigermaßen schönes Bild von einem Nordlicht zu machen, werde ich es euch natürlich nicht vorenthalten!
Wenn man sich überlegt, dass vor einem Monat, nämlich am 21. Januar, die Sonne das erste Mal in diesem Jahr für Tromsø über den Horizont gekrochen kam, ist es sehr erstaunlich, dass es mittlerweile morgens um sieben schon wieder so hell ist, dass die Straßenlaternen nicht mehr an sind… Hier eine Impression von meinem Bushaltestellenwarteplatz heute Morgen:

Ja, es dauert nicht mehr allzulange, dann ist es 24 Stunden lang hell…
Und dann die Wolken! Die 785.329 Blautöne! Die Sonnenauf- und -untergänge! Die Sonne, die einen nach langer Dunkelheit unerwartet anspringt! Zitronengelber Himmel und violette Berge! Ich habe noch nie so poetisches Wetter gesehen.
Kommentar von Ella Shzzzq — 21 Februar, 2008 @ 7:10 |
vorige woche war auch hier ein toller sonnenuntergang. da wollte ich euch mal konkurrenz machen, aber es ist schwierig ihn in den apparat zu bekommen. schade.
Kommentar von mamanörchenwegen — 24 Februar, 2008 @ 11:22 |