Wie “Der Tag der Karten, Berechtigungen und des unfähigen Menschen” begann: Erneut hat mich eine Ärztin auf mein nichtvorhandenes Namensschild am Kittel angesprochen. Ich wurde etwas ungehalten, denn in Sachen Namensschild in Kombination mit der Uniklinik in Tromsø bin ich etwas vorbelastet.
Fast jeden Tag werde ich wegen des fehlenden Namensschilds angesprochen. Ich kann eigentlich gar nichts dafür, dass ich keines trage - denn:
Wie sich vielleicht schon herumgesprochen hat: Der Mensch, der in der Medizinischen Fakultät hier für mich zuständig ist, ist, milde ausgedrückt, etwas unfähig. Er versucht, unter zahllosen anderen zum scheitern verurteilten Versuchen, seit etwa einem Monat ein eben solches Namensschild für die Erasmus-Mediziner zu organisieren.
Nachdem ich heute schon wieder auf das Namensschild angesprochen wurde, bin ich einfach mal zu der für die Karten zuständigen Stelle marschiert und habe selbst mit einem Mitarbeiter dort gesprochen. Und siehe da: Innerhalb von zwei Minuten war ich im Besitz dieser Karte:

Da ich gerade so in Schwung war, habe ich den Stationsbüroleiter der Station, auf der ich gerade bin, darauf angesetzt in der Datenverarbeitungszentrale anzurufen und Benutzernamen und Passwort für die Zugangsberechtigung zu den Computern im Krankenhaus und zu den digitalen Patientenakten zu beschaffen. Er war sehr hilfsbereit und hat mir zehn Minuten später die Zugangsdaten persönlich vorbeigebracht.
Auch diese Zugangsberechtigung stellte den freundlichen Menschen der Medizinischen Fakultät seit ebenfalls einem Monat vor eine offensichtlich unlösbare Aufgabe. Unlösbar vor allem deshalb, weil ich an einer Infoveranstaltung über das Patientenverwaltungsprogramm am Anfang des Semesters nicht teilnehmen konnte. Auch das war nicht meine Schuld, denn er hat mir versprochen, eine Email zu schicken, sobald diese Veranstaltung stattfindet. Natürlich hat er das nicht gemacht. Und hat sich danach auch nach mehrmaligem Auffordern vorsichtshalber einfach nicht mehr mit dem Thema beschäftigt.
Es drängt sich die Frage auf: Wie ist dieser Mann an diesen Job geraten? Und wenn dieser Mann einen solchen Job bekommt, sollte ich dann nicht vielleicht besser aufhören zu studieren? Denn seinen Job könnte ich schon jetzt besser machen. Jetzt denkt sicher der ein oder andere, dass dieser Mensch wahrscheinlich gar nicht studiert hat. Weit gefehlt!
Zu guter Letzt habe ich in meinem Briefkasten ausnahmsweise einmal Post vorgefunden und bin jetzt stolze Besitzerin einer Aufenthaltserlaubnis für Norwegen, die über die normalen drei Monate hinausgeht.
Ein kleiner Ausschnitt daraus:

sag einmal wieso hast du denn schon so eine tolle Aufenthaltsgenehmigung??
ich war doch viel eher da als du, die bearbeiten die Daten wahrscheinlich nach dem Alphabet und kommen nie bei V an.
LG
Kommentar von Hannah — 12 Februar, 2008 @ 11:50 Uhr nachmittags
Weil sie ne Stresserin ist, deswegen!
Kommentar von ohnehammer — 13 Februar, 2008 @ 8:55 Uhr vormittags
Ja, wenn Norwegen uns eines lehren kann, dann Hartnäckigkeit. Habe dazu auch schon den einen oder anderen Artikel geschrieben.
Kommentar von Ella Shzzzq — 13 Februar, 2008 @ 12:26 Uhr nachmittags